Unsere Masken

Der Valentinstag ist vorüber. Die Jecken kommen also schon bald! Hinter Masken verbergen sich dann die Leute während dieser Zeit, in der “Helau!” und “Alaaf!” gejauchzt wird! Doch schon in früheren Tagen, als absolutistischer Adel sowie üppige Dekorationen alltäglich waren, verbarg man gerne ab und zu sein Angesicht hinter einer Verkleidung. Manchmal reichte etwas Schminke, ein andermal war es eine Maske aus Pappmaché. Ja, sogar das Verstellen der eigenen Mimik, Gestik und Stimme, so wie es an sich ein Schauspieler tut, kommt einer Art Maske gleich!

Vor gut fünf Jahrhunderten wurde man sich nun eines Faktums besonders bewusst: Das Leben ist kostbar und vergänglich! Ein Krieg überschattete in Mitteleuropa gerade den nächsten, und erst Mitte des 17. Jahrhunderts kehrte wieder Ruhe ins Land ein. Während einer verhältnismäßig langen Periode kamen regelmäßig zahlreiche Menschen ums Leben: Entweder war es eine Seuchte (wie die Pest), oder der Krieg, weshalb die Leute starben!

In solch einer Zeit voller Elend wurde sich jedoch so gut wie jedermann gewahr, wie wenig bedeutsam vieles im alltäglichen Leben damals zu sein beliebte. Warum zogen denn die Leute überhaupt in den Krieg, und weshalb antwortete der Bub seinem Feldherrn “Nein!”, so er denn gefragt wurde “Hast Du Angst, für Deinen König im Krieg zu sterben?”, wenngleich er doch “Ja!” meinte?

Nicht nur damals, sondern auch noch heute, tragen wir meist offenbar gern und bereitwillig Masken. Im Karneval, oder hierzulande Fasching, sind die Verkleidungen aus Stoff und Leder. Auf der Bühne wiederum ist die Rolle des Schauspielers in der Tat nicht identisch mit seiner Selbst, er trägt also eine unsichtbare Maske, zusätzlich zur Rollenbekleidung. Und der traurige Bänker, den der Chef immerzu fragt “Na, haben Sie Freude an der Arbeit?”, lächelt nur mit verzerrter Miene zurück, obwohl ihm im selben Moment “Ich will hier ‘raus! Aber arbeitslos will ich ja auch nicht sein, also bleibe ich eben hier.” durch den Kopf geht!

Noch zu Zeiten des letzten deutschen Kaisers galt die Frage “Was bist Du?” viel wichtiger als das “Wer bist Du?”, d.h. der Untertan definierte sich in der Gesellschaft vornehmlich über seinen Beruf. Heutzutage muss man vielfach immer wieder neu eine Berufsausbildung machen, weil sich die Verhältnisse schlicht geändert haben, und konsequent hat der Beruf auch keinen großen Stellenwert mehr, die Individualität dagegen umso mehr! Die Maske des beruflichen Rollenspiels liegt also immer öfter unbenutzt da. Doch wieviele Masken tragen wir alle eigentlich noch tagtäglich so mit uns herum?

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