Das Ende der Armut

Gerade mitten im Studium kommt ein Brief von der Krankenkasse: “Sie sind bis jetzt als Student krankenversichert, doch demnächst scheiden sie aus der studentischen Krankenversicherung aus … “. Künftig muss man also den vollen Versicherungsbeitrag selbst bezahlen, das sind gegenwärtig etwa 160 Euro pro Monat, wenn man kein Einkommen hat.

Die Höhe des Versicherungsbeitrags soll dabei ja eigentlich prozentual vom Einkommen ausgehend berechnet werden, jedoch tatsächlich geht die Berechnung hier von einem fiktiven Mindesteinkommen aus, sodass selbst Leute ohne Einkommen recht viel für ihre Krankenversicherung zu bezahlen haben. Die Krankenversicherung ist außerdem schon vor einigen Jahren zur Pflicht geworden, sodass, bis auf wenige Ausnahmen, gesetzlich niemand austreten kann.

Der Ottonormalstudent wird aber selten dadurch in eine unpässliche Situation kommen, denn nicht jeder, der beim Überschreiten der Altersgrenze von 30 Jahren noch studiert, hat zudem auch gerade dann kein eigenes Einkommen vorzuweisen. Selbst im Falle fehlender Einkünfte dürfte die rapide Verdoppelung seines Krankenversicherungsbeitrags weiterhin nur dann arg ins Gewicht fallen, wenn die Familie finanziell sowieso minderbemittelt ist! Jedoch neigen weniger betuchte Zeitgenossen generell ja eher zum schnellen Arbeitsvertrag als zum langwierigen Studium, oder nicht?

Wer von seiner Familie finanziell gut versorgt wird, der kann Bildung solange genießen, wie er will, und seien es zwei oder drei aufeinander folgende Studiengänge, an deren Ende der jeweilige Doktortitel hängt. Hingegen benötigt man zum erfolgreichen Durchlaufen des hiesigen Bildungssystems ebenso menschliche Unterstützung von der Familie! Wenn sowohl die menschliche als auch die finanzielle Unterstützung durch die eigene Familie gegeben sind, erst dann kann man von der Kinderzeit bis hin zum Erwachsenenalter unbeschwert gedeihen.

Die Gesellschaft fördert in diesem Zusammenhang ganz offensichtlich zwei Dinge: mangelde Zeit und mangeldes Geld. Wer einen gut bezahlten Job innehat, der wagt es meist nicht, Überstunden partout abzulehnen, und ein zeitlich absolut unintensiver Arbeitsplatz bietet nicht selten einen Hungerlohn an. Den Familien der jeweils Beschäftigten mangelt es also folglich entweder an gemeinsam verbrachter Zeit, oder am Geld, zusammen regelmäßig in den Urlaub zu fahren, gut zu essen sowie den eigenen Kindern eine großzügige Bildung zu ermöglichen!

In diesem Zusammenhang hat der Ausspruch “Zeit ist Geld” also eine reelle Bedeutung. Eigentlich sorgt ja die allgemein zunehmende Technisierung und Automatisierung für die kontinuierliche Entlastung von allen Leuten. Weniger Arbeit muß von Menschen geleistet werden, Arbeitsplätze gehen verloren, und in einigen Jahren sind vielleicht kaum noch Arbeiten von Menschen zu verrichten, denn Roboter und Computer erledigen das meiste von selbst. Ohne es großartig zu bemerken, wurde uns in den letzten 200 Jahren schrittweise mehr und mehr die mühsälige Arbeit abgenommen! Dieser Prozess hält auch weiterhin an.

Wir sollten aber konsequent optimistisch sein, und den Rückgang von Arbeitsplätzen nicht als negativ wahrnehmen, denn werden wir logischerweise nicht eines Tages so einfach frei von lästiger Arbeit sein, um unseren Lieblingsbeschäftigungen umso mehr nachgehen zu können? – Aktuell arbeitet man zwar für Geld, um nicht zu verhungern, aber sobald erstmal niemand mehr für Geld arbeitet, dann ist damit auch gleich die Armut besiegt!

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