Nationalismus

Die Menschen in Russland haben seit der Zeit der Zaren einige Veränderungen durchgemacht. Kommunismus, Diktatur, Kalter Krieg und die klaffende Spanne zwischen arm und reich in jüngster Vergangenheit haben die Russen alles erdulden müssen. Ja sogar Deutsche haben in Russland eine lange Tradition! Während der Herrschaft der Zaren, besonders im 18. Jahrhundert, wurde Ausländern eine besondere Freiheit zugesichert, religiös wie auch finanziell sorglos dort leben zu können. Viele Deutsche nutzten diese Chance damals, und gingen nach Russland.

Die Geschichte der Russlanddeutschen, welche einst bessere Lebensbedingungen in Russland fanden, und deren Nachfahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs großteils wieder nach Deutschland zurückkamen in der Hoffnung, hierzulande der dortigen Arbeitslosigkeit zu entkommen, zeigt deutlich, wie sehr die Geschichte Europas tatsächlich miteinander verflochten ist. In diesem Zusammenhang wird klar, dass ein Volk nicht strikt von einem anderen zu trennen ist, denn alle Menschen sind mit ihren Mitmenschen ungeachtet von Völkergrenzen verbunden, selbst wenn man dies nicht immer sieht.

Der weltweite Rassenwahn wäre wohl schon früher als absurd überführt worden, hätte man damals Stammbücher über ein Dutzend Generationen und mehr geführt: Welcher Deutsche kann denn schon absolut sicher von sich sagen, alle seine Vorfahren kämen ausschließlich aus Deutschland? Überhaupt gab es lange Zeit gar keine Definition eines deutschen Volkes oder Nationalstaates.

Im Laufe der vergangenen dreihundert Jahre jedoch bewirkten Kriege sowie Politik einen Wandel im Bewusstsein der Leute, sodass die Feudalität in Europa allmählich bedeutungslos wurde. Als man sich nun nicht mehr über seinen Lehnsherren definieren wollte, musste ein neues Konzept her, und das Prinzip der Nation entwickelte sich fortwährend weiter in den Köpfen der Menschen.

Bereits die Weltkriege im 20. Jahrhundert zeugten wiederum von den Kehrseiten der Nationalität. Auf der ganzen Welt breitete sich der Nationalismus nun aus. Seitdem wurden weltweit viele Kriege geführt, nicht selten um Staatsgrenzen. Aktuell schickt sich der russische Staat also an, mit einer seiner ehemaligen Sowjetrepubliken Staatsgrenzenverschiebung zu betreiben: Teile der heutigen Ukraine, nämlich jene um die Halbinsel Krim herum, sollen nach russischem Wunsch künftig wieder unter den Fittichen des russischen Staates verbleiben.

Eigentlich handelt es sich hier also um eine rein Russland-interne Angelegenheit. Ein Problem tritt aber auf, sobald die Ukraine in einen, womöglich militärischen, Konflikt mit Russland gerät, sofern andere Staaten sich ebenso einmischen! Die Zeiten der Weltmächte sind längst vorüber. Sollten die Russen und die Amerikaner sich jedoch weltpolitisch nicht zeitgemäß verhalten, und sich mit Drohgebärden überwerfen … , ja, dann kennen wir die möglichen Folgen, die sich daraus ergeben könnten! Die Politiker sind hingegen bestimmt auch selber nicht an einem vorzeitigen Ableben interessiert, und so können wir das Schauspiel Krim-Konflikt in den Medien gelassen mitverfolgen.

Wo gibt es denn Fernsehen ohne Sensationen? So kommt es eben, dass wir fortwährend mit Ereignissen berieselt werden. Den Verstand dabei nicht einzubüßen, das obliegt jedem einzelnen von uns. Ein Gebet hilft dabei!

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