Graue Maus

Aus dem Radio tönt ein Popsong, und noch einer, doch die klingen ja irgendwie alle gleich … . Woran liegt das nur? – Na ja, das ist genau wie mit dem Dosenessen: Einmal gekocht, lange gelagert, schmeckt es nach fast nichts mehr, essbar ist es aber dennoch! Über Geschmack lässt sich außerdem bekanntlich streiten, und wozu soll man sich auch beschweren, wo man doch leicht das Radio ausschalten und frisches Essen auf den Tisch bringen könnte?

Massenproduktion ist nicht individuell, egal ob Großküche, Anziehsachen oder Eis am Stiel. Beim Essen sind nicht selten ungesunde oder fragwürdige Inhaltsstoffe darin, während die Konfektion von Kleidung mehr oder weniger passend ausfällt, und der Unterricht in großen Gruppen dem einzelnen Schüler wenig Zeit fürs Lernen im direkten Dialog mit dem Lehrer lässt. Unzählige Beispiele von recht undifferenzierten Produkten sowie auch Dienstleistungen in unserer modernen Gesellschaft kommen uns hier nur zu leicht in den Sinn!

Der Bauer melkt die Kühe nicht, nein, sondern er lässt sie von Automaten melken, die Kühe selbst dürfen sich wiederum auch nicht natürlich fortpflanzen, sondern sind künstlich hochgezüchtet worden. Diese Kühe geben also viel Milch, auch wenn die Quantität hier ganz offensichtlich über der Qualität steht. Wenn die Milch deshalb mehr nach stillem Wasser denn nach Sahne schmeckt, hat das damit sicher einen guten Grund!

In ähnlicher Weise werden bei Obst und Gemüse gerne ertragreichere Varietäten angeboten. Sogar bei wenig Wärme und Sonnenlicht draußen baut man im Gewächshaus oder unter Planen an, selbst wenn für echte Nahhaftigkeit und guten Geschmack viel mehr natürliches Sonnenlicht, das zudem direkt auf die Pflanzen fällt, gebraucht würde!

Insgesamt geht also heutzutage Quantität über Qualität, was dabei zu einer Homogenisierung überall führt: Auch wenn niemand gerne wie “ein Ziegelstein in der Wand” sein möchte, so führt trotzdem die gesellschaftliche Entwicklung immer noch in diese gleichmachende Mauerblümchen-Richtung. Man fühlt sich teilnahmslos, unsichtbar und marionettenhaft.

“Warum zeigen die mir die Werbung vom Schokoriegel nur mit nackter Frau im Spot? Glauben die, ich falle auf diese alte Gehirnwäschetaktik herein?” fragen sich bestimmt viele Männer vor dem Bildschirm. Die versteckte Macht aus der Werbebranche versucht offenkundig, hier potentielle Käufer so zu manipulieren, dass sie tatsächliche Kunden werden!

Was kann man diesen Manipulationsversuchen wohl entgegensetzen?

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